Von widerspenstigen Bettbezügen, Burgabenteuern und neuen Freundschaften
Fünftklässler des Gymnasiums Vilshofen auf Kennenlernfahrt in Passau
Dass das Beziehen eines Bettes durchaus eine Herausforderung sein kann, ein Aussichtsturm bei kräftigem Wind besondere Standfestigkeit verlangt und eine Nacht ohne die Eltern manchmal ganz schön lang werden kann – all das und noch viel mehr erfuhren unsere Fünftklässlerinnen und Fünftklässler bei ihrer Kennenlernfahrt nach Passau. Vor allem aber lernten sie eines: Gemeinsam geht vieles leichter!
Bereits zum vierten Mal machten sich die fünften Klassen des Gymnasiums Vilshofen zu Beginn des Schuljahres auf den Weg ins Haus der Jugend auf der Veste Oberhaus, um sich abseits des Schulalltags besser kennenzulernen und als Klassengemeinschaft zusammenzuwachsen. Vom 29. bis 30. September 2026 waren zunächst die Klassen 5a, 5b und 5c mit ihren Begleitlehrkräften unterwegs, vom 30. September bis zum 1. Oktober folgten die Klassen 5d und 5e.
Pünktlich um 8 Uhr hieß es jeweils: Auf nach Passau! Wegen des Schienenersatzverkehrs ging es diesmal mit dem Bus statt wie gewohnt mit dem Zug in die Dreiflüssestadt. Für einen besonders angenehmen Start sorgten unsere beiden Hausmeister, die sämtliche Koffer bereits am Gymnasium in einen Anhänger verluden und direkt zur Unterkunft transportierten. So konnten die Schülerinnen und Schüler den anschließenden Fußmarsch vom Bahnhof hinauf zur Veste Oberhaus ohne schweres Gepäck antreten. Unterwegs wurde selbstverständlich eine wohlverdiente Brotzeitpause eingelegt – bei herrlichem Wetter und mit einem wunderbaren Blick über Passau.
Im Mittelpunkt der beiden Tage stand das gegenseitige Kennenlernen. Bei abwechslungsreichen Kennenlern- und Kooperationsspielen, die von den Begleitlehrkräften unterschiedlich gestaltet wurden, waren Teamgeist, Kreativität und gegenseitige Unterstützung gefragt. Mal galt es, gemeinsam knifflige Aufgaben zu lösen, mal neue Gesprächspartner zu finden oder sich auf die Mitschülerinnen und Mitschüler zu verlassen. Dabei wurde schnell deutlich, dass man gemeinsam oft mehr erreicht als allein. Auch die Frage, wie ein gutes Miteinander im Klassenzimmer gelingen kann, beschäftigte die Kinder. Gemeinsam erarbeiteten sie Klassenregeln und gestalteten dazu Plakate, die künftig in ihren Klassenzimmern an die getroffenen Vereinbarungen erinnern sollen.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen stand der Bezug der Zimmer auf dem Programm. Dabei wartete mit dem selbstständigen Beziehen der Betten eine Aufgabe, die sich bisweilen als erstaunlich knifflig erwies. Nicht jeder Bettbezug wollte auf Anhieb dorthin, wo er hingehörte, sodass gelegentlich auch die Lehrkräfte helfend eingreifen mussten. Am Ende waren jedoch alle Betten bezogen und die Zimmer bezugsfertig.
Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch des Oberhausmuseums. Erstmals nahmen die Klassen an einer Führung zum Thema „Leben und Alltag auf der Burg“ teil. Anschaulich und kurzweilig erfuhren die Schülerinnen und Schüler, wie die Menschen früher auf einer Burg lebten, und konnten dabei immer wieder ihr eigenes Wissen einbringen. Auch die Erkundung der Veste Oberhaus begeisterte die jungen Besucher. Besonders beeindruckend war der Blick auf die Dreiflüssestadt, der sich vom Aussichtsturm aus bot. Dort pfiff zwar ein kräftiger Wind, doch die herrliche Aussicht entschädigte für die etwas zerzausten Frisuren.
Auch am Abend war für Abwechslung gesorgt: Nach dem gemeinsamen Abendessen standen je nach Klasse Gesellschaftsspiele, Vorleserunden, weitere Gemeinschaftsspiele oder sportliche Aktivitäten in der Turnhalle auf dem Programm. Für manche Kinder wurde die anschließende Übernachtung allerdings zu einer ganz persönlichen Mutprobe. Das Heimweh ließ sich nicht immer ganz vermeiden, doch mit Zuspruch und Unterstützung gelang es der überwiegenden Mehrheit, diese Herausforderung zu meistern. Umso größer war am nächsten Morgen der Stolz, die Nacht ohne die Eltern geschafft zu haben.
Nach dem Frühstück mussten zunächst die Betten wieder abgezogen, die Koffer gepackt und die Zimmer ordentlich hinterlassen werden. Anschließend stand ein weiterer wichtiger Programmpunkt an: die Wahl der Klassensprecherinnen und Klassensprecher. Zuvor beschäftigten sich die Kinder mit den Aufgaben der Klassenvertretung und den Grundsätzen demokratischer Wahlen. Dabei ging es unter anderem um die Bedeutung freier, gleicher und geheimer Wahlen. So wurde Demokratie nicht nur theoretisch besprochen, sondern gleich praktisch erlebt.
Für die Klassen 5a, 5b und 5c wartete zum Abschluss noch ein besonderes Erlebnis: eine Drei-Flüsse-Rundfahrt mit dem Panoramaschiff der Reederei Wurm & Noé. Zwar verhinderte der niedrige Wasserstand diesmal die Fahrt auf dem Inn, doch auch so boten sich vom Wasser aus eindrucksvolle Perspektiven auf Passau. Bei bester Stimmung genossen die Schülerinnen und Schüler die gemeinsame Schifffahrt, bevor es mit dem Schienenersatzverkehr zurück nach Vilshofen ging.
Ein herzliches Dankeschön gilt unseren beiden Hausmeistern, die durch den zuverlässigen Gepäcktransport wesentlich zum Gelingen der Kennenlernfahrt beitrugen. Dass sie bei ihrem zweiten Einsatz auch noch Brezen und Mandarinen als Stärkung für Kinder und Lehrkräfte im Gepäck hatten, sorgte für zusätzliche Freude.
Am Ende waren sich alle einig: Die Kennenlernfahrt war weit mehr als ein schöner Ausflug. Sie bot den Schülerinnen und Schülern Gelegenheit, neue Freundschaften zu knüpfen, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam kleine wie große Herausforderungen zu meistern. Mit vielen schönen Erinnerungen und einem gestärkten Gemeinschaftsgefühl im Gepäck kehrten unsere Fünftklässlerinnen und Fünftklässler nach Hause zurück – und hatten damit einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer echten Klassengemeinschaft gemacht.
![]() |
![]() |
| Die Klasse 5a | Gemeinsam unterwegs: Die Klassen 5a, 5b und 5c mit ihren Begleitlehrkräften bei der Kennenlernfahrt nach Passau – zwei Tage voller gemeinsamer Erlebnisse und neuer Freundschaften. |
![]() |
![]() |
| Museumsführung: Gespannt verfolgen die Schülerinnen und Schüler die Erklärungen bei der Führung „Leben und Alltag auf der Burg“ im Oberhausmuseum. | Geschichte zum Anfassen: Die Klassen erhielten bei ihrem Rundgang durch das Oberhausmuseum spannende Einblicke in das mittelalterliche Burgleben. |
![]() |
![]() |
| So soll unser Miteinander aussehen: Die Schülerinnen und Schüler gestalten ihre eigenen Klassenregeln – mit gegenseitigem Respekt, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt. | Gute Stimmung an Bord des Panoramaschiffs: Bei der Drei-Flüsse-Rundfahrt entdecken die Fünftklässlerinnen und Fünftklässler Passau aus einer ganz neuen Perspektive. Turm: |

Hoch hinaus mit Klassenleiter Herrn Dr. Große: Schülerinnen der Klasse 5a genießen den beeindruckenden Ausblick vom Aussichtsturm auf die Dreiflüssestadt Passau.
StD Thomas Urlbauer





