P-Seminar Domino: Physik trifft Kunst….und die Macht der Schwerkraft


Am Abend des 3. Juli 2025 war es wieder soweit: Das P-Seminar „Domino“ unter der Leitung von Holger Freelandt präsentierte zum dritten Mal in Folge seine monatelange Arbeit in einer aufwändigen Show, deren zentrales Thema dieses Jahr der Animationsfilm „Shrek“ war. Insgesamt wurden 16 Dominofelder, eine Fallwand sowie vier große Strukturen aus rund 350.000 Dominosteinen errichtet. Nicht nur die Anzahl der Dominosteine konnte im Vergleich zu den Jahren zuvor damit nochmal rekordverdächtig gesteigert werden, auch die künstlerische Qualität der Motive war außergewöhnlich – dank einer schier endlosen Farbpalette an Dominosteinen, die Holger Freelandt seinem P-Seminar mittlerweile zur Verfügung stellen konnte, der engagierten Unterstützung durch Kunstlehrerin Christina Lehner und dem unglaublichen Durchhaltevermögen aller Beteiligten, die in den Pfingstferien Stein für Stein aneinandersetzten, um die aufwendigen Bilder und Strukturen entstehen zu lassen. Neu war dieses Jahr auch, dass unter anderem Drumherum die Planungs- und vierwöchigen Aufbauarbeiten im Atrium über einen Instagram-Account zum Seminar und zum Falldown mitverfolgt werden konnten. Ebenfalls über Instagram wurde für den Abend des Falldowns ein Livestream eingerichtet, der von Leon Klamant und Christoph Heinz für alle diejenigen eingerichtet wurde, die für das Event kein Ticket mehr bekommen hatten. Ein überaus eindrucksvolles Event war es dann auch, das den 350 Zuschauenden geboten wurde. Nicht nur dass es den Schüler*innen dieses Jahr durch selbständige Organisation und einigen Tipps des Passauer Eventmanagers Nico Schilling gelungen war der Dominoshow einen würdigen Rahmen mit Getränken, Snacks und durchdachtem Einlasssystem zu geben, das was sich an diesem Abend dann im Atrium des Gymnasiums vor den Augen von 350 Zuschauern abspielen sollte, war im wahrsten Sinne des Wortes atem(be)raubend.
Kurz vor dem Anstoß des Startsteines, der die Kettenreaktion in Gang setzen und die 350 000 Dominosteine der Reihe nach und in gleichmäßigen Wellen zu Fall bringen sollte, kam es zu gleich zwei gefährlichen Zwischenfällen, bei denen eine der hinteren Verbindungslinien auf der Erhöhung zum Laufen gebracht wurden. Während beim ersten Mal durch einen behänden Sprung Holer Freelandts auf die Bühne und einen gekonnt gesetzten Gegenimpuls an der richtigen Stelle, das Schlimmste verhindert wurde, konnten die ausgelöste Reaktion beim zweiten Mal nicht mehr gestoppt werden – wozu diesmal fatalerweise gleich mehrere Personen auf die Bühne sprangen. Vor den Augen des überraschten und zugleich faszinierten Publikums und der gleichermaßen fassungslosen und entsetzten Dominobauer*innen bahnte sich die Schwerkraft ihren Weg durch die aufgebaute Steinelandschaft und zerschoss beim Erreichen der Fallwall und nahegelegenen Strukturen willkürlich die umliegenden Felder. Unkontrolliert, aber sehr eindrucksvoll zeigte die Kraft, mit der man über die ganze Zeit des Aufbaues hinweg erfolgreich gerungen hatte, nun ihre Macht und gab dem Abend eine ungeahnte emotionale Wendung. Das Hinfiebern auf den großen Moment des Anstoßes, die Euphorie des Abends waren unermesslicher Enttäuschung gewichen. Als in diesem Moment der Chor unter der Leitung von Bernhard Glessinger, der die Show wie immer musikalisch untermalte, „Halleluja“ von Leonard Cohen anstimmte, hatten nicht mehr nur das P-Seminar mit den Tränen zu kämpfen, auch Lehrkräfte, Eltern und Freunde im Zuschauerraum lauschten tief bewegt der tröstlichen Musik. Glücklicherweise waren nicht alle Bilder und Strukturen beschädigt, so dass die noch intakten Elemente, nachdem sich alle wieder einigermaßen gefasst hatten, vollständig in der beabsichtigten Gleichmäßigkeit fielen und deutlich zeigte, dass alles funktioniert hätte. So tat das Ganze dem Erfolg der Show sowie der Leistung der Schüer*innen keinen Abbruch, im Gegenteil. Die Zuschauer waren Teil eines nicht nur auf physikalischer Ebene sehr bewegenden Dominofalldowns geworden und spendeten jedem nun fallenden Bild erst recht anerkennenden Applaus. Auch das P-Seminar ließ es sich, trotz immer noch sichtlich gemischter Gefühle, nicht nehmen zum Abschluss nochmal zusammen mit den Lehrkräften auf die Bühne zu treten. Während Isi Braun, die passenden Abschlussworte fand, wurde immer klarer. dass in den letzten heißen Wochen im Atrium mehr passiert war als Domino bauen. Die Gruppe war zu einer Gemeinschaft geworden, die zusammen auf ein Ziel hingearbeitet hatte, im Laufe dessen fast jeder an seine persönlichen Grenzen gestoßen war und trotzdem weitergemacht hat, weil andere für einen da waren. Vielleicht hat es auch genau dafür nach zwei Jahren perfekter Falldowns mal einen verpatzen gebraucht, um diese menschliche Seite des Projektes spürbar zu machen.
Ich für meinen Teil bin stolz und dankbar genau diesmal dabei gewesen zu sein, auch wenn oder gerade, weil es nicht spurlos an mir vorüber gegangen ist.


OStRin C. Lehner


Auch NiederbayernTV und die PNP berichteten von unserer wilden Dominoshow 2025 am Gym Vof: https://share.google/sGq2Snyu2gCvePJHn

https://www.pnp.de/lokales/landkreis-passau/kettenreaktion-setzt-zu-frueh-ein-euphorie-und-enttaeuschung-beim-domino-day-am-gymnasium-vilshofen-18994277