Gymnasium Vilshofen gibt Einblick in die Innenwelt von Essstörungen
Interaktive Ausstellung „Der Klang meines Körpers“ regt zum Nachdenken an

Eine Woche lang war die interaktive Ausstellung „Der Klang meines Körpers“ am Gymnasium Vilshofen zu Gast – ein Projekt, das unter die Haut geht.
Insgesamt nahmen rund 160 Schülerinnen und Schüler an der Ausstellung teil. Während alle siebten Klassen das Angebot besuchten, nutzten auch einzelne Lehrkräfte der Jahrgangsstufen 8 bis 10 die Gelegenheit, mit ihren Klassen die Ausstellung zu besuchen.
Auf den ersten Blick wirkt die Ausstellung wie eine Sammlung aus Texten, Porträts, Musik und Farben – doch sie öffnet den Blick auf eine tiefere, oft verborgene Wirklichkeit: die Innenwelt junger Menschen, die an einer Essstörung leiden oder gelitten haben. Grundlage sind wahre Geschichten von Betroffenen, die im Rahmen einer musiktherapeutischen Gruppe ihre Erfahrungen künstlerisch verarbeitet haben. Entstanden ist ein vielschichtiges Werk aus Bildern, Liedern, Tagebucheinträgen und sogenannten „Schatzkisten“, das nicht nur informiert, sondern berührt.
Essstörungen sind weder eine Laune noch ein Modetrend, sondern oft ein Versuch, mit innerem Druck, Unsicherheit oder dem Gefühl von Wertlosigkeit umzugehen. Die Ausstellung macht deutlich: Hinter dem auffälligen Essverhalten steckt oft ein tieferer Hunger – nach Nähe, Anerkennung, Sicherheit oder schlicht nach Leben. Der Körper wird zur Bühne, auf der sich seelische Not ausdrückt. Bilder, Lieder und Texte machen erfahrbar, was sich oft nur schwer in Worte fassen lässt.
Besonders gewinnbringend war die Beteiligung der Oberstufenschülerinnen und -schüler eines Psychologiekurses, die die siebten Klassen als Peer-Guides begleiteten. Sie erklärten die Inhalte und Aufgabenstellungen, leiteten Übungen an und unterstützten die Schülerinnen und Schüler dabei, sich mit den Themen auseinanderzusetzen. Gleichzeitig schufen sie Raum für Fragen, Gespräche und persönliche Reflexion.
Die Ausstellung „Der Klang meines Körpers“ wurde vom Bayerischen Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) in Zusammenarbeit mit dem Verein Werkstatt Lebenshunger e.V. entwickelt. Sie wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und ist bayernweit an Schulen im Einsatz. Ziel ist es, Essstörungen frühzeitig zu erkennen, Verständnis zu fördern und Wege aus der Erkrankung aufzuzeigen.
Die Ausstellung hat Impulse am Gymnasium Vilshofen gesetzt – für mehr Verständnis, mehr Offenheit und auch für erste Schritte in Richtung Hilfe.

 


Schulpsychologin, Susanne Huber

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